Schimmel unter dem Estrich entfernen und vermeiden

Schimmel auf Estrich

Schimmel an der Wand oder an der Decke ist nichts Neues, doch nicht wenige Hausbesitzer klagen darüber hinaus über Schimmel unter Estrich, was deutlich komplizierter ist. Unter dem Fußboden befindet sich häufig schwimmender Estrich, in dem verschiedene Elemente, wie die Dämmung oder die Fußbodenheizung verbaut sind. Die Dämmung befindet sich dabei in der Regel direkt auf der Betondecke, während der Fußboden unter der Randleiste von einem Streifen aus weichem Schaum abgegrenzt wird. So wird der Schall beim Gehen auf dem Boden nicht auf die angrenzenden Wände übertragen. Befindet sich Schimmel unter Estrich, so bedarf es schnellen Handelns, meist tritt das Problem schon während der Bauphase auf. Dann kann es aber noch deutlich leichter beseitigt werden.

Schimmel unter Estrich – wann ist der Boden besonders anfällig?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Arten von schwimmendem Estrich, wie zum Beispiel Bitumen-, Zement- oder Anhydritestrich. Die sogenannten Fließestriche verfügen über einen recht hohen Wassergehalt, da man sie in recht flüssiger Form verlegt. In diesem Fall ist das Risiko für den Befall von Schimmel unter Estrich besonders hoch. Zum Vergleich: Zementestrich weist einen recht hohen pH-Wert sowie überwiegend mineralische Bestandteile auf, weswegen er kaum anfällig für Schimmelpilze oder andere Bakterien ist.

Nach wie vor verwendet man zur Dämmung häufig sogenannten Polystyrol-Schaum, für die Trittschalldämmung kommen dagegen Mineralfassern zumeist zum Einsatz – im Grunde ein idealer Nährboden für Schimmel unter Estrich, denn sie besitzen genau die Oberflächenbeschaffenheit und die chemischen Faktoren, welche das Wachstum von Schimmel unter Estrich begünstigen. Natürlich nur, sofern über einen längeren Zeitraum genug Feuchtigkeit im Boden herrscht.

Schimmel unter Estrich kann sich bereits entwickeln, wenn die Feuchtigkeit im Boden nur wenige Tage lang anhält, denn bekanntlich entwickeln sich Schimmelpilze äußerst schnell. Bei schwimmendem Estrich ist es der Fall, dass vor allem die Wärmedämmung mit dem Pilz befallen ist, da sie über die Randfugen mit der Zimmerluft in Kontakt kommen. Betritt man den Boden, so wird dieser an verschiedenen Stellen belastet. Dadurch kann man die Sporen vom Schimmel unter Estrich sogar noch nach oben “pumpen” und regelrecht durch den Raum befördern, was eine Ausbreitung sehr wahrscheinlich macht. Selbstverständlich ist Schimmel unter Estrich in diesem Ausmaß eine massive Gefährung unserer Gesundheit.

Die richtigen Sofortmaßnahmen gegen Schimmel unter Estrich

Meist ist eingedrungenes Wasser noch nicht in die Unterkonstruktion des Hauses versickert, sondern befindet sich noch in der darüberliegenden Schicht. Von hier sollte es so schnell wie möglich abgepumpt werden, damit der Bereich gründlich trockengelegt wird. Für die Trocknung gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Adsorptions- oder die Kondensattrocknung. Allerdings verringert man hierbei lediglich die Luftfeuchtigkeit im Raum und beschleunigt damit den natürlichen Vorgang des Trocknens. Diese Variante dauert unter dem Estrich jedoch zu lange, denn in der Zwischenzeit kann sich wieder erneut Schimmel bilden, weil Wasser, das in die Wärmedämmung eingedrungen ist, kaum verdunsten kann. Es liegt ja nicht frei und hat unter der Wärmedämmung so gut wie keinen Raum, überhaupt nach außen zu entweichen.

Experten bevorzugen daher eher die Belüftung mit trockener Luft von Hohlräumen im Boden, was mit der Hilfe von Unter- oder Überdruck geschieht. Hierbei wird die Infrarottechnik verwendet. Beim Überdruckverfahren pumpt man warme Luft durch kleine Bohrlöcher im Estrich in die Bodenhohlräume. Dank spezieller Kondenstrockner wird die Umgebungsluft effektiv entfeuchtet. Falls sich in der Dämmschicht Schimmelpilze befinden, so werden diese bzw. ihre Sporen in die Raumluft geblasen, was gesundheitlich besonders riskant ist. Daher: Stellt man fest, dass sich Schimmel unter Estrich in der Dämmschicht befindet, arbeitet man am besten mit dem Unterdruckverfahren.

Beim Unterdruckverfahren pumpt man die feuchte Bodenluft mit der Hilfe von Vakuumturbinen heraus, was ebenfalls über kleine Bohrungen im Estrich geschieht. Anschließend wird die Luft mittels einem HEPA-Filter, der Sporen ausfiltert, entfeuchtet. Anschließend wird die trockene Luft über die Randfugen wieder in die Hohlräume der Dämmschicht geleitet. Auf diese Weise kann der Bereich, an dem sich Schimmel unter Estrich befand, umfassend getrocknet werden, ohne dass sich die gefährlichen Sporen in der Luft verteilen und durch uns Menschen eingeatmet werden können. Dieses Verfahren ist äußerst effektiv zur Entfernung von Schimmel unter Estrich, allerdings auch zeitaufwändig. Befinden sich Sand, Schlacke, Lehm oder auch Kalksplitt in der Konsturktion des Bodens, muss man für die Trocknung einen Zeiraum von mehreren Monaten einkalkulieren.

Was tun, wenn die Dämmschicht mit Schimmel befallen ist?

Nicht immer befindet sich der Schimmel unter Estrich, oft ist auch direkt die Dämmschicht im Boden davon betroffen. Dann ist die Entfernung noch etwas komplizierter. Wichtig ist, dass man bei einer Sanierung bzw. Bekämpfung des Schimmels stets den kompletten Pilz restlos beseitigt. Schon der kleinste Rest kann schnell wieder zu einer großen Ausbreitung führen. Bei einem Befall von Schimmel unter Estrich sowie in der Dämmung ist es im Grunde am besten, den Boden komplett auszubauen. Das verursacht zwar mitunter sehr hohe Kosten und macht den Raum erst einmal für mehrere Monate nicht nutzbar, jedoch lässt sich die Sanierung kaum vermeiden, wenn man das Problem langfristig lösen möchte.

Häufig kommt es nach einer Trocknung vor, dass man doch noch überbleibende Feuchte unter dem Estrich bemerkt. Das liegt daran, dass die Luftströme, die zum Entfeuchten genutzt werden, sich ihren Weg so bahnen, wie es für sie am einfachsten ist. Es kann also auch geschehen, dass eine ganze Unterbodenkonstruktion nach einer vermeintlichen Trocknung noch Restfeuchte aufweist, obwohl die aus dem Boden ausströmende Luft vollkommen trocken scheint. Deshalb ist es wichtig, hier sehr sauber und mit der Hilfe von Fachleuten zu arbeiten, um den Schimmel unter Estrich restlos loszuwerden, damit das Problem kein zweites Mal auftritt.

Wie erkenne ich, dass sich Schimmel unter Estrich befindet?

Oft genügt es schon, bei einem ersten Verdacht Materialproben aus der Dämmschicht des Fußbodens zu entnehmen oder die Raumluft mit einem speziellen Keimsammler zu messen. Fachleute können außerdem Luftproben aus dem Randstreifen des Estrichs entnehmen und so erkennen, ob sich Schimmel unter Estrich befindet.
Grundsätzlich besteht Schimmel nicht nur aus Sporen, sondern aus vielen anderen Bestandteilen, wie beispielsweise Hyphen, Sporenträger oder den sogenannten Myzelbruchteilen. Darüber hinaus scheidet Schimmel unter Estrich chemische Stoffwechselverbindungen aus, welche als MVOC bezeichnet werden. Dazu zählen unter anderem Einzelverbindungen wie Ether, Alkohole, Ketone, Ester oder auch Furane, deren jeweilige Konzentration mit entsprechenden Geräten genau messbar ist.
Erkennt man, dass sich Schimmel unter Estrich befindet, sollte man dies keinesfalls ignorieren oder den Boden während einer Bauphase gar weiter verlegen. Das Problem muss so schnell wie möglich behoben werden, da eine Ausbreitung des Pilzes ansonsten unumgänglich ist und zu einer ernsthaften gesundheitlichen Gefahr für alle Bewohner des Hauses werden kann.

Wie beugt man Schimmel unter Estrich richtig vor?

Möchte man den Befall von Schimmel unter Estrich vorbeugen, so sollte man zur Prävention am besten Baustoffe verwenden, welche weitgehend unempfindlich gegen Schimmel sind. Das sind zum beispiel Diffussionsstoffe, welche Ansammlungen von Feuchtigkeit gar nicht erst ermöglichen, da sie keine “abgeschlossenen” Materialien sind. Idealerweise sind die Materialien zudem frei von Kunststoffzuschlägen, da diese ausgasen und ebenfalls ein gesundheitliches Risiko darstellen können.
Es hilft, wenn man bereits beim Kauf darauf achtet, dass die jeweiligen Baustoffe möglichst alkalisch sind, also einen hohen pH-Wert aufweisen. Hier hat die Entwicklung von Schimmel unter Estrich kaum eine Chance.

Noch bis vor einigen Jahren kalkte man viele Räumlichkeiten wie zum Beispiel Ställe, in denen Tiere gehalten wurden, um er Entstehung von Schimmel vorzubeugen.
Davon raten Experten heutzutage allerdings gänzlich ab, denn Gips ist ein optimaler Nährboden für Pilze, da der Anteil an organischen Stoffen darin sehr hoch ist.

Welche Fehler kann ich machen, wenn ich Schimmel unter Estrich entfernen möchte?

Nicht wenige Menschen machen den Fehler, zwar den Schimmel unter Estrich umfassend zu entfernen, aber die Ursache nicht zu beseitigen. Das hat zumeist eine erneute Ausbreitung des Pilzes zur Folge. Daher ist es wichtig, nicht nur das Problem, sondern auch stets seine Ursache vollständig zu bekämpfen.
Dazu gehört unter anderem, sich nicht nur auf das zu verlassen, was das Auge sieht. Häufig befindet sich der Großteil des Pilzes in nicht-sichtbaren, versteckt liegenden Bereichen, wie in Hohlräumen eines Fußbodens.

Bei der Entfernung von Schimmel unter Estrich sollte darüber hinaus möglichst staubarm gearbeitet werden, denn ansonsten können sich die Bestandteile des Pilzes schnell wieder verbreiten. Falsch ist es außerdem, eine “blasende” Trockenlegung des Bodens durchzuführen, denn hier können sich die Sporen noch weiter verteilen und der Aufwand für die Reinigung wird umso größer.

Experten raten davon ab, chemische Anti-Schimmel-Mittel für die Pilzbekämpfung in der Bodenkonstruktion zu verwenden. Das hat folgende Gründe: Einerseits ist nicht gewährleistet, dass man wirklich jede befallene Stelle umfassend “erwischt”, darüber hinaus können auch bei bereits abgetöteten Pilzen noch allergische bzw. hautreizende Wirkungen durch das Anti-Schimmel-Mittel entstehen.

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